Ace
Kurzbezeichnung für asexuell beziehungsweise das asexuelle Spektrum.
Ace ist eine international verwendete Kurzform für asexuell. Der Begriff kann auch als Oberbegriff für Menschen verwendet werden, die sich auf dem asexuellen Spektrum verorten.
LEXIKON · 103 BEGRIFFE
Sprache entwickelt sich und Selbstbezeichnungen sind persönlich. Das Lexikon gibt Orientierung und Hintergrund, ohne Menschen auf Begriffe zu reduzieren.
Kurzbezeichnung für asexuell beziehungsweise das asexuelle Spektrum.
Ace ist eine international verwendete Kurzform für asexuell. Der Begriff kann auch als Oberbegriff für Menschen verwendet werden, die sich auf dem asexuellen Spektrum verorten.
Eine Geschlechtsidentität, bei der sich eine Person keinem Geschlecht zugehörig fühlt.
Agender bezeichnet Menschen, die sich ohne Geschlecht oder keinem Geschlecht zugehörig erleben. Agender kann unter den Oberbegriff nicht-binär fallen. Welche Pronomen oder weiteren Selbstbezeichnungen eine Person verwendet, ist individuell.
Bezeichnet Menschen, die grundsätzlich romantische Anziehung erleben.
Alloromantisch beschreibt Menschen, die romantische Anziehung zu anderen Menschen erleben. Der Begriff wird häufig als Gegenbegriff zu aromantisch verwendet.
Bezeichnet Menschen, die grundsätzlich sexuelle Anziehung erleben.
Allosexuell beschreibt Menschen, die sexuelle Anziehung zu anderen Menschen erleben. Der Begriff wird häufig als Gegenbegriff zu asexuell verwendet.
Eine Person, die LGBTQIA+ Menschen unterstützt und sich solidarisch zeigt.
Als Ally oder Verbündete beziehungsweise Verbündeter werden Menschen bezeichnet, die LGBTQIA+ Personen unterstützen und sich gegen Diskriminierung einsetzen. Dazu gehören beispielsweise Zuhören, Lernen, respektvolle Sprache und das aktive Eintreten gegen queerfeindliches Verhalten.
Die gesellschaftliche Erwartung, dass eine romantische Paarbeziehung für alle Menschen erstrebenswert sei.
Amatonormativität beschreibt die gesellschaftliche Annahme, dass Menschen normalerweise eine romantische, langfristige Paarbeziehung anstreben sollten und dass solche Beziehungen grundsätzlich wichtiger seien als andere Beziehungsformen. Besonders aromantische Menschen können durch diese Erwartungen unsichtbar gemacht werden.
Eine Ausdrucksform, die nicht eindeutig traditionellen männlichen oder weiblichen Geschlechterbildern entspricht.
Androgyn beschreibt häufig einen Geschlechtsausdruck, bei dem traditionell als männlich und weiblich wahrgenommene Merkmale kombiniert werden oder eine eindeutige geschlechtliche Zuordnung vermieden wird. Androgynität sagt nichts sicher über Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung aus.
Eine romantische Orientierung, bei der wenig oder keine romantische Anziehung empfunden wird.
Aromantische Menschen erleben keine oder nur wenig romantische Anziehung. Aromantik beschreibt die romantische Orientierung und nicht automatisch die sexuelle Orientierung. Aromantische Menschen können Partnerschaften, Freundschaften oder andere Formen enger Beziehungen führen.
Oberbegriff für unterschiedliche Erfahrungen mit geringer, seltener oder fehlender romantischer Anziehung.
Das aromantische Spektrum umfasst verschiedene romantische Orientierungen und Erfahrungen. Dazu können beispielsweise aromantisch, demiromantisch oder grauromantisch gehören.
Eine sexuelle Orientierung, bei der wenig oder keine sexuelle Anziehung empfunden wird.
Asexuelle Menschen erleben keine oder nur wenig sexuelle Anziehung. Asexualität ist ein Spektrum. Sie sagt nichts darüber aus, ob eine Person romantische Beziehungen, Nähe, Partnerschaften oder Sexualität grundsätzlich möchte.
Oberbegriff für unterschiedliche Erfahrungen mit geringer, seltener oder fehlender sexueller Anziehung.
Das asexuelle Spektrum umfasst verschiedene sexuelle Orientierungen und Erfahrungen. Dazu können beispielsweise asexuell, demisexuell oder gray-asexuell gehören.
Bezeichnet eine Person, der bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde.
AFAB steht für Assigned Female at Birth. Der Begriff beschreibt ausschließlich die geschlechtliche Zuordnung bei der Geburt und sagt nichts darüber aus, welche Geschlechtsidentität eine Person heute hat.
Bezeichnet eine Person, der bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde.
AMAB steht für Assigned Male at Birth. Der Begriff beschreibt ausschließlich die geschlechtliche Zuordnung bei der Geburt und sagt nichts darüber aus, welche Geschlechtsidentität eine Person heute hat.
Offener Oberbegriff für Menschen, die sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen.
Bi+ wird teilweise als Sammelbegriff für unterschiedliche sexuelle oder romantische Orientierungen verwendet, bei denen Anziehung zu Menschen mehrerer Geschlechter möglich ist.
Diskriminierung oder Abwertung bisexueller Menschen.
Bifeindlichkeit bezeichnet Vorurteile, Benachteiligung, Ausgrenzung oder Gewalt gegenüber bisexuellen Menschen. Sie kann sowohl außerhalb als auch innerhalb queerer Communities auftreten.
Abkürzung für Black, Indigenous and People of Color.
BIPoC ist eine politische und gesellschaftliche Selbstbezeichnung beziehungsweise Sammelbezeichnung für Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Der Begriff gehört nicht ausschließlich zum LGBTQIA+ Bereich, spielt aber insbesondere bei intersektionalen Perspektiven auf queere Communities eine wichtige Rolle.
Sexuelle oder romantische Anziehung zu mehr als einem Geschlecht.
Bisexualität beschreibt die sexuelle oder romantische Anziehung zu mehr als einem Geschlecht. Die Anziehung muss dabei nicht zu allen Geschlechtern gleich stark oder auf die gleiche Weise empfunden werden.
Eine Selbstbezeichnung beziehungsweise Ausdrucksform, die insbesondere in lesbischen und queeren Communities verwendet wird.
Butch kann eine geschlechtliche Ausdrucksform, Identität oder Selbstbezeichnung sein, die historisch besonders mit lesbischen Communities verbunden ist. Die Bedeutung des Begriffs ist individuell und kulturell unterschiedlich.
Kurzform für cisgeschlechtlich.
Cis bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.
Bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht.
Cisgeschlechtlich beschreibt Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Der Begriff bildet unter anderem ein sprachliches Gegenstück zu trans.
Die gesellschaftliche Annahme, dass alle Menschen cisgeschlechtlich seien oder sein sollten.
Cisnormativität beschreibt gesellschaftliche Vorstellungen, in denen Cisgeschlechtlichkeit als selbstverständlich oder einzig normale Form von Geschlecht betrachtet wird. Dadurch können trans und nicht-binäre Menschen unsichtbar gemacht oder benachteiligt werden.
Der Prozess, sich der eigenen sexuellen oder geschlechtlichen Identität bewusst zu werden und diese gegebenenfalls anderen mitzuteilen.
Beim Coming-out wird häufig zwischen innerem Coming-out und äußerem Coming-out unterschieden. Ein Coming-out ist immer eine persönliche und freiwillige Entscheidung. Niemand sollte dazu gedrängt werden.
Abkürzung für Christopher Street Day.
Der Christopher Street Day ist eine Demonstrations- und Veranstaltungsform für die Rechte, Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTQIA+ Menschen. Die Bezeichnung erinnert an die Christopher Street in New York und die Stonewall-Proteste von 1969.
Ein früherer Name, den insbesondere eine trans oder nicht-binäre Person nicht mehr verwendet.
Als Deadname wird häufig ein früherer Name einer trans oder nicht-binären Person bezeichnet. Die ungefragte Verwendung kann verletzend sein. Grundsätzlich sollte der aktuell verwendete Name respektiert werden.
Das Verwenden eines früheren Namens einer Person, den diese nicht mehr verwendet.
Deadnaming bezeichnet das Ansprechen oder Benennen insbesondere einer trans oder nicht-binären Person mit einem früher verwendeten Namen. Absichtliches Deadnaming kann diskriminierend sein.
Romantische Anziehung entsteht typischerweise erst nach einer starken emotionalen Bindung.
Demiromantische Menschen erleben romantische Anziehung typischerweise erst, nachdem eine enge emotionale Verbindung zu einer anderen Person entstanden ist. Demiromantik wird häufig dem aromantischen Spektrum zugeordnet.
Sexuelle Anziehung entsteht typischerweise erst nach dem Aufbau einer starken emotionalen Bindung.
Demisexuelle Menschen erleben sexuelle Anziehung typischerweise erst nach dem Aufbau einer engen emotionalen Verbindung. Demisexualität wird häufig dem asexuellen Spektrum zugeordnet.
Ein möglicher Geschlechtseintrag im deutschen Personenstandsrecht.
Divers ist in Deutschland eine mögliche Angabe beim Geschlechtseintrag im Personenstandsregister. Der rechtliche Begriff ist nicht automatisch gleichbedeutend mit nicht-binär und beschreibt nicht zwingend die persönliche Geschlechtsidentität.
Eine Kunst- und Ausdrucksform, bei der unter anderem mit Geschlechterrollen und Inszenierungen gespielt wird.
Drag ist eine vielfältige Kunst-, Performance- und Ausdrucksform. Drag Artists arbeiten beispielsweise mit Kleidung, Make-up, Musik, Tanz, Theater oder Comedy. Drag sagt nicht automatisch etwas über Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung aus.
Eine Drag-Persona, die häufig mit männlich gelesenen Geschlechterrollen und Ausdrucksformen arbeitet.
Drag Kings nutzen unter anderem Kleidung, Make-up, Performance und Überzeichnung, um mit männlich konnotierten Geschlechterrollen zu arbeiten. Drag ist eine Kunstform und nicht automatisch eine Geschlechtsidentität.
Eine Drag-Persona, die häufig mit weiblich gelesenen Geschlechterrollen und Ausdrucksformen arbeitet.
Drag Queens nutzen unter anderem Kleidung, Make-up, Musik und Performance, um mit weiblich konnotierten Geschlechterrollen zu arbeiten. Drag ist eine Kunstform und nicht automatisch eine Geschlechtsidentität.
Bezeichnung für Menschen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale medizinischen Normvorstellungen von männlich oder weiblich entsprechen.
Dyadisch wird teilweise als Gegenbegriff zu intergeschlechtlich verwendet. Andere verwendete Begriffe sind unter anderem endogeschlechtlich oder endosexuell.
Englischsprachige umgangssprachliche Bezeichnung für nicht-binäre Menschen.
Enby leitet sich aus der englischen Aussprache der Buchstaben N und B für non-binary ab. Nicht alle nicht-binären Menschen verwenden diesen Begriff für sich.
Bezeichnet Menschen, deren angeborene körperliche Geschlechtsmerkmale medizinischen Normvorstellungen von männlich oder weiblich entsprechen.
Endogeschlechtlich wird als Gegenbegriff zu intergeschlechtlich verwendet. Der Begriff bezieht sich auf körperliche Geschlechtsmerkmale und nicht auf Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung.
Eine Selbstbezeichnung beziehungsweise feminine Ausdrucksform innerhalb verschiedener queerer Communities.
Femme kann eine Geschlechtspräsentation, Identität oder Selbstbezeichnung sein. Der Begriff hat insbesondere innerhalb lesbischer und queerer Communities eine lange Geschichte.
Sammelbegriff für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen.
FLINTA* ist eine politische und aktivistische Sammelbezeichnung. Sie wird häufig verwendet, um Personengruppen sichtbar zu machen, die von patriarchalen Strukturen betroffen sein können. Je nach Kontext kann sich die genaue Verwendung unterscheiden.
Englischer Begriff, der häufig für homosexuell beziehungsweise schwul verwendet wird.
Gay wird international häufig als Selbstbezeichnung homosexueller Menschen verwendet. Im Deutschen wird der Begriff oft mit schwul übersetzt, kann in bestimmten Zusammenhängen aber auch allgemeiner verwendet werden.
Begriff für soziale, persönliche und gesellschaftliche Dimensionen von Geschlecht.
Gender kann unter anderem Geschlechtsidentität, gesellschaftliche Geschlechterrollen und Ausdrucksformen umfassen. Die genaue Bedeutung hängt vom jeweiligen Kontext ab.
Belastung, die durch eine Diskrepanz zwischen Geschlechtsidentität und bestimmten körperlichen oder sozialen Merkmalen entstehen kann.
Geschlechtsdysphorie beschreibt Leidensdruck oder Unwohlsein, das manche trans oder nicht-binäre Menschen aufgrund körperlicher Merkmale, sozialer Wahrnehmung oder geschlechtlicher Zuordnung erleben. Nicht jede trans Person erlebt Dysphorie.
Positive Gefühle, wenn Geschlechtsidentität, Ausdruck und Wahrnehmung miteinander übereinstimmen.
Geschlechtseuphorie bezeichnet Freude, Wohlbefinden oder Bestätigung, die Menschen erleben können, wenn ihr Geschlechtsausdruck oder die Wahrnehmung durch andere ihrer Geschlechtsidentität entspricht.
Eine Geschlechtsidentität, die sich im Laufe der Zeit verändern kann.
Genderfluide Menschen erleben ihre Geschlechtsidentität nicht dauerhaft gleich. Sie kann sich zwischen unterschiedlichen Geschlechtern bewegen oder unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Ein Begriff für Geschlechtsidentitäten außerhalb klassischer binärer Vorstellungen.
Genderqueer kann als Selbstbezeichnung von Menschen verwendet werden, deren Geschlechtsidentität traditionelle Vorstellungen von ausschließlich männlich oder weiblich überschreitet oder infrage stellt.
Die Art, wie eine Person Geschlecht nach außen ausdrückt.
Geschlechtsausdruck kann beispielsweise Kleidung, Frisur, Stimme, Körpersprache oder Auftreten umfassen. Aus dem Geschlechtsausdruck lässt sich die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung einer Person nicht zuverlässig ableiten.
Das persönliche und innere Erleben des eigenen Geschlechts.
Geschlechtsidentität beschreibt, welchem Geschlecht beziehungsweise welchen Geschlechtern sich ein Mensch zugehörig fühlt oder ob sich eine Person keinem Geschlecht zugehörig fühlt.
Begriff für eine dauerhafte Nichtübereinstimmung zwischen Geschlechtsidentität und dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht.
Geschlechtsinkongruenz wird unter anderem in medizinischen Klassifikationen verwendet. Sie beschreibt nicht automatisch eine Krankheit und ist von der individuellen Lebensrealität einer Person zu unterscheiden.
Eine Orientierung auf dem aromantischen Spektrum.
Grauromantische Menschen erleben romantische Anziehung beispielsweise selten, schwach oder nur unter bestimmten Bedingungen.
Eine Orientierung auf dem asexuellen Spektrum.
Grau-asexuelle Menschen erleben sexuelle Anziehung beispielsweise selten, schwach oder nur unter bestimmten Umständen. Die Erfahrungen können individuell sehr unterschiedlich sein.
Die gesellschaftliche Annahme, dass Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit der Normalfall seien.
Heteronormativität beschreibt gesellschaftliche Strukturen und Erwartungen, die davon ausgehen, dass Menschen grundsätzlich heterosexuell und ausschließlich männlich oder weiblich seien. Dadurch können andere Lebensrealitäten unsichtbar gemacht werden.
Sexuelle oder romantische Anziehung zu Menschen eines anderen Geschlechts.
Heterosexualität bezeichnet üblicherweise sexuelle beziehungsweise romantische Anziehung zu Menschen eines anderen Geschlechts.
Abwertung, Diskriminierung oder Gewalt gegenüber homosexuellen Menschen.
Homofeindlichkeit umfasst Vorurteile, Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt gegenüber lesbischen, schwulen oder anderen homosexuellen Menschen.
Verbreiteter Begriff für Ablehnung oder Diskriminierung homosexueller Menschen.
Homophobie wird häufig verwendet, um negative Einstellungen gegenüber homosexuellen Menschen zu beschreiben. Der Begriff Homofeindlichkeit wird teilweise bevorzugt, weil Diskriminierung nicht zwingend mit einer tatsächlichen Angst oder Phobie verbunden ist.
Sexuelle oder romantische Anziehung zu Menschen des gleichen Geschlechts.
Homosexualität bezeichnet sexuelle oder romantische Anziehung zu Menschen des gleichen Geschlechts. Häufig verwendete Selbstbezeichnungen sind beispielsweise lesbisch, schwul oder gay.
Oberbegriff für unterschiedliche Formen von Intergeschlechtlichkeit.
Inter* wird als offene Schreibweise verwendet, um die Vielfalt intergeschlechtlicher Lebensrealitäten sichtbar zu machen. Das Sternchen weist darauf hin, dass verschiedene Selbstbezeichnungen und körperliche Variationen eingeschlossen sind.
Bezeichnet Menschen mit angeborenen körperlichen Geschlechtsmerkmalen außerhalb typischer medizinischer Vorstellungen von ausschließlich männlichen oder weiblichen Körpern.
Intergeschlechtlichkeit ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Variationen körperlicher Geschlechtsmerkmale. Diese können beispielsweise Chromosomen, Hormone, Keimdrüsen oder Anatomie betreffen. Intergeschlechtlichkeit ist keine sexuelle Orientierung.
Konzept zur Betrachtung sich überschneidender Formen von Diskriminierung und gesellschaftlicher Ungleichheit.
Intersektionalität beschreibt, dass Menschen gleichzeitig von unterschiedlichen gesellschaftlichen Machtverhältnissen und Diskriminierungsformen betroffen sein können, beispielsweise aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, rassistischer Zuschreibung, Behinderung oder sozialer Herkunft.
Bezeichnung für Frauen und teilweise andere Personen, die sich zu Frauen hingezogen fühlen.
Lesbisch ist eine verbreitete Selbstbezeichnung für Frauen, die sich romantisch oder sexuell zu Frauen hingezogen fühlen. Die konkrete Verwendung als Identitätsbegriff kann individuell unterschiedlich sein.
Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Trans.
LGBT beziehungsweise im Deutschen LSBT ist eine Sammelbezeichnung für lesbische, schwule, bisexuelle und trans Menschen. Erweiterte Formen wie LGBTQIA+ machen weitere Gruppen sichtbar.
Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Trans und Queer beziehungsweise Questioning.
LGBTQ erweitert die Abkürzung LGBT um Q. Das Q kann je nach Verwendung für queer oder questioning stehen.
Sammelbegriff für unterschiedliche sexuelle Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Geschlechtsmerkmale.
LGBTQIA+ steht üblicherweise für Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Queer beziehungsweise Questioning, Intersex sowie Asexual beziehungsweise Aromantic. Das Pluszeichen steht für weitere Identitäten, Orientierungen und Selbstbezeichnungen.
Deutschsprachige Sammelbezeichnung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, intergeschlechtliche und queere Menschen.
LSBTIQ* ist eine deutschsprachige Variante international verwendeter Abkürzungen wie LGBTQIA+. Das Sternchen beziehungsweise andere Ergänzungen verdeutlichen, dass weitere Identitäten eingeschlossen sind.
Kurzform für masculine beziehungsweise maskulin.
Masc wird besonders in queeren Communities als Beschreibung eines eher maskulinen Geschlechtsausdrucks verwendet. Der Begriff sagt nicht automatisch etwas über Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung aus.
Eine Person mit falschem Geschlecht, falscher Anrede oder falschen Pronomen anzusprechen.
Misgendern bedeutet, einer Person sprachlich ein Geschlecht zuzuschreiben, das nicht ihrer Geschlechtsidentität entspricht. Dies kann beispielsweise durch falsche Pronomen oder Anreden geschehen.
Vorstellung, dass Anziehung ausschließlich zu einem einzigen Geschlecht normaler oder legitimer sei.
Monosexismus beschreibt gesellschaftliche Einstellungen, durch die beispielsweise bisexuelle oder pansexuelle Menschen abgewertet, unsichtbar gemacht oder nicht ernst genommen werden.
Pronomen, die über traditionelle Pronomen wie er und sie hinausgehen.
Neopronomen sind alternative Pronomen, die insbesondere von einigen nicht-binären Menschen verwendet werden. Im Deutschen gibt es verschiedene Varianten. Welche Pronomen eine Person verwendet, sollte individuell respektiert werden.
Oberbegriff für Geschlechtsidentitäten, die nicht ausschließlich männlich oder weiblich sind.
Nicht-binäre beziehungsweise non-binary Menschen identifizieren sich nicht ausschließlich als Mann oder Frau. Manche nicht-binäre Menschen verstehen sich zusätzlich als trans, andere nicht.
Englische Bezeichnung für nicht-binär.
Non-binary bezeichnet Geschlechtsidentitäten außerhalb einer ausschließlichen Einordnung als männlich oder weiblich.
Das Offenlegen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität einer anderen Person.
Von Outing wird häufig gesprochen, wenn persönliche Informationen über die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität einer Person ohne deren Zustimmung öffentlich gemacht werden. Dies unterscheidet sich vom selbstbestimmten Coming-out.
Romantische Anziehung, bei der das Geschlecht einer anderen Person nicht ausschlaggebend sein muss.
Panromantische Menschen können romantische Anziehung zu Menschen unabhängig von deren Geschlecht erleben.
Sexuelle oder romantische Anziehung, bei der das Geschlecht einer Person nicht ausschlaggebend sein muss.
Pansexuelle Menschen können sich zu Menschen unabhängig von deren Geschlecht hingezogen fühlen. Pansexualität und Bisexualität können sich in ihrer Bedeutung überschneiden. Die persönliche Selbstbezeichnung entscheidet die jeweilige Person.
Beziehungsform, bei der mehrere einvernehmliche Liebes- oder Partnerschaftsbeziehungen gleichzeitig möglich sind.
Polyamorie beschreibt einvernehmliche Beziehungen mit mehreren Menschen. Alle Beteiligten wissen grundsätzlich von der Beziehungsform. Polyamorie ist keine sexuelle Orientierung und nicht automatisch Bestandteil von LGBTQIA+ Identitäten.
Sexuelle oder romantische Anziehung zu mehreren, aber nicht zwingend allen Geschlechtern.
Polysexualität bezeichnet Anziehung zu Menschen mehrerer Geschlechter. Die genaue Bedeutung und Selbstdefinition kann individuell unterschiedlich sein.
Begriff für queere Sichtbarkeit, Selbstbewusstsein, Emanzipation und Protest.
Pride bedeutet wörtlich Stolz. Im LGBTQIA+ Kontext steht der Begriff für selbstbewusste Sichtbarkeit und den Widerstand gegen Scham, Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung. Pride-Veranstaltungen verbinden häufig Demonstration, Erinnerung, Kultur und Community.
Sammelbegriff für Flaggen, die LGBTQIA+ Communities und verschiedene Identitäten repräsentieren.
Neben der klassischen Regenbogenflagge existieren zahlreiche weitere Pride-Flaggen für unterschiedliche sexuelle Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Communities.
Wörter, mit denen auf Menschen Bezug genommen wird, beispielsweise er, sie oder andere Pronomen.
Pronomen können ein wichtiger Bestandteil respektvoller Ansprache sein. Welche Pronomen eine Person verwendet, lässt sich nicht zuverlässig aus Aussehen oder Namen ableiten.
Vielfältig verwendeter Sammel- und Selbstbezeichnungsbegriff.
Queer wird von vielen Menschen als positive Selbstbezeichnung verwendet, wenn ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht heterosexuellen oder cisgeschlechtlichen Normvorstellungen entspricht. Aufgrund seiner Geschichte als abwertende Fremdbezeichnung verwenden nicht alle Menschen den Begriff für sich.
Abwertung, Diskriminierung oder Gewalt gegenüber queeren Menschen.
Queerfeindlichkeit ist ein Sammelbegriff für diskriminierende Einstellungen oder Handlungen gegenüber Menschen aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder Geschlechtsmerkmale.
Bezeichnet Menschen, die ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität erkunden oder hinterfragen.
Questioning kann eine Selbstbezeichnung für Menschen sein, die sich hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität noch nicht festlegen möchten oder diese gerade erkunden.
Familie, in der mindestens ein Elternteil LGBTQIA+ ist.
Regenbogenfamilie ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Familienformen, in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell, trans, intergeschlechtlich, queer oder anderweitig Teil der LGBTQIA+ Community ist.
International bekanntes Symbol der LGBTQIA+ Bewegung.
Die Regenbogenflagge wurde 1978 in San Francisco durch den Künstler und Aktivisten Gilbert Baker und weitere Beteiligte bekannt gemacht. Heute existieren unterschiedliche Varianten der Flagge und zahlreiche weitere Community-Flaggen.
Ein Raum oder Umfeld, das Diskriminierung möglichst reduzieren und Schutz bieten soll.
Safer Spaces sollen Bedingungen schaffen, unter denen marginalisierte Menschen sich möglichst sicher und respektiert fühlen können. Häufig wird bewusst von safer statt safe gesprochen, weil absolute Sicherheit nicht garantiert werden kann.
Bezeichnung für Männer, die sich romantisch oder sexuell zu Männern hingezogen fühlen.
Schwul ist eine verbreitete Selbstbezeichnung homosexueller Männer. Obwohl der Begriff teilweise als Schimpfwort verwendet wurde und wird, ist er zugleich eine etablierte positive Selbstbezeichnung.
Begriff für die persönliche Selbstdefinition in Bezug auf sexuelle beziehungsweise romantische Orientierung.
Sexuelle Identität beschreibt, wie ein Mensch seine eigene sexuelle beziehungsweise romantische Orientierung erlebt und bezeichnet. Sie ist von der Geschlechtsidentität zu unterscheiden.
Beschreibt, zu welchen Menschen eine Person sexuelle oder romantische Anziehung erlebt.
Sexuelle Orientierung kann beispielsweise heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell oder asexuell sein. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind unterschiedliche Aspekte einer Person.
Internationale Abkürzung für sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und Geschlechtsmerkmale.
SOGIESC steht für Sexual Orientation, Gender Identity and Expression, and Sex Characteristics. Der Begriff wird insbesondere im Menschenrechts- und internationalen politischen Kontext verwendet.
Bezeichnung für die Proteste rund um das Stonewall Inn in New York im Juni 1969.
Nach einer Polizeirazzia im Stonewall Inn kam es Ende Juni 1969 zu mehrtägigen Protesten. Stonewall gilt heute als wichtiges Symbol moderner LGBTQIA+ Emanzipationsbewegungen, auch wenn queerer Widerstand bereits davor existierte.
Oberbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht oder nicht vollständig dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht.
Trans ist eine Selbstbezeichnung beziehungsweise ein Oberbegriff für verschiedene transgeschlechtliche Identitäten. Manche Menschen verwenden beispielsweise trans Frau, trans Mann, transgender oder trans*.
Eine Frau, der bei der Geburt ein anderes Geschlecht zugewiesen wurde.
Eine trans Frau ist eine Frau. Der Zusatz trans kann verwendet werden, wenn die transgeschlechtliche Erfahrung in einem bestimmten Zusammenhang relevant ist.
Ein Mann, dem bei der Geburt ein anderes Geschlecht zugewiesen wurde.
Ein trans Mann ist ein Mann. Der Zusatz trans kann verwendet werden, wenn die transgeschlechtliche Erfahrung in einem bestimmten Zusammenhang relevant ist.
Offene Schreibweise für verschiedene transgeschlechtliche Identitäten.
Das Sternchen soll unterschiedliche Selbstbezeichnungen und Erfahrungen unter dem Begriff trans sichtbar machen. Nicht jede trans Person verwendet diese Schreibweise.
Diskriminierung, Abwertung oder Gewalt gegenüber trans Menschen.
Transfeindlichkeit umfasst Vorurteile, Ausgrenzung, strukturelle Benachteiligung und Gewalt aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Transgeschlechtlichkeit.
Bezeichnung für Personen, deren Geschlechtsidentität oder Transition in eine feminine Richtung weist.
Transfeminin wird häufig von Menschen verwendet, denen bei der Geburt männlich zugewiesen wurde und deren Geschlechtsidentität stärker im weiblichen beziehungsweise femininen Spektrum liegt. Der Begriff ist nicht gleichbedeutend mit trans Frau.
International verbreiteter Begriff für transgeschlechtliche Menschen.
Transgender wird insbesondere im englischsprachigen Raum als Oberbegriff für Menschen verwendet, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
Bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht oder nicht vollständig dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht.
Transgeschlechtlich beziehungsweise trans ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Geschlechtsidentitäten und Lebensrealitäten.
Individueller Prozess, durch den eine Person ihr Leben stärker an ihre Geschlechtsidentität anpasst.
Eine Transition kann soziale, rechtliche oder medizinische Schritte umfassen, muss dies aber nicht. Dazu können beispielsweise Name, Pronomen, Kleidung, Änderungen von Dokumenten oder medizinische Maßnahmen gehören.
Bezeichnung für Personen, deren Geschlechtsidentität oder Transition in eine maskuline Richtung weist.
Transmaskulin wird häufig für Menschen verwendet, denen bei der Geburt weiblich zugewiesen wurde und deren Geschlechtsidentität stärker im männlichen beziehungsweise maskulinen Spektrum liegt. Der Begriff ist nicht automatisch gleichbedeutend mit trans Mann.
Kulturell spezifischer Begriff aus einigen indigenen Gemeinschaften Nordamerikas.
Two-Spirit ist ein kulturell und historisch spezifischer Begriff, den einige indigene Menschen Nordamerikas verwenden. Er sollte nicht als allgemeines Synonym für queer oder nicht-binär verwendet und nicht von seinem kulturellen Kontext getrennt werden.
Beschreibung unterschiedlicher Lebensrealitäten, Identitäten und Erfahrungen.
Vielfalt oder Diversität bezeichnet das Vorhandensein unterschiedlicher Lebensweisen, Identitäten, Hintergründe und Erfahrungen. Im LGBTQIA+ Kontext wird damit unter anderem die Vielfalt sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sichtbar gemacht.
Eine vorgefasste Bewertung von Menschen oder Gruppen.
Vorurteile entstehen häufig durch gesellschaftliche Vorstellungen, Stereotype oder fehlendes Wissen. Sie können Diskriminierung fördern, wenn Menschen aufgrund zugeschriebener Merkmale pauschal bewertet werden.
Oberbegriff für bestimmte nicht-binäre Geschlechtsbeschreibungen außerhalb traditioneller Geschlechterkonzepte.
Xenogender wird von manchen Menschen verwendet, um Geschlecht mit Begriffen oder Vorstellungen zu beschreiben, die nicht unmittelbar auf Kategorien wie männlich, weiblich oder androgyn beruhen. Der Begriff wird vor allem in bestimmten Online- und nicht-binären Communities verwendet.
Internationale Prinzipien zur Anwendung der Menschenrechte auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität.
Die Yogyakarta-Prinzipien wurden 2006 von Menschenrechtsexpertinnen und -experten entwickelt. Sie beschreiben, wie bestehende internationale Menschenrechtsstandards auf Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität angewendet werden können. Später wurden sie durch zusätzliche Prinzipien ergänzt.
Unfreiwillige Offenlegung der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität einer Person.
Von Zwangsouting kann gesprochen werden, wenn eine Person gegen ihren Willen dazu gebracht wird, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität offenzulegen, oder wenn diese Informationen ohne ihre Zustimmung bekannt gemacht werden.
Gesellschaftliche Erwartung, alle Menschen eindeutig als männlich oder weiblich einzuordnen.
Die Zweigeschlechternorm beschreibt gesellschaftliche Strukturen, in denen ausschließlich zwei Geschlechter als selbstverständlich angesehen werden. Menschen außerhalb dieser Einteilung können dadurch unsichtbar gemacht oder benachteiligt werden.
Vorstellung, dass ausschließlich zwei klar voneinander getrennte Geschlechter existieren.
Das Modell der Zweigeschlechtlichkeit geht davon aus, dass Menschen eindeutig entweder männlich oder weiblich seien. Die Lebensrealitäten intergeschlechtlicher, nicht-binärer und anderer Menschen zeigen, dass körperliches und soziales Geschlecht vielfältiger sein kann.